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| 2005 | 2004 | 2003 | 2002 |
| 24.04.2007 | Schallpegel sind gesundheitsschädigend |
| 29.12.2005 | Alle Beschwerden zum Führungsstab |
| 14.09.2005 | Vorbereitungen für Schließung der Rhein-Main-Airbase abgeschlossen |
| 02.08.2005 | US-Ausschuss durchkreuzt Spangdahlemer Umzugspläne |
| 25.07.2005 | Wenn die öffentliche Hand zu bleibt |
| 29.05.2005 | In der Eifel ist noch Krieg |
| 16.05.2005 | Die Frist läuft ab |
| Hier werden Zug um Zug die veröffentlichten Berichte bekannter Printmedien
(in erster Linie des TV) zum Thema Lärmentschädigung gesammelt. So das man sich an zentraler Stelle
über dieses langwierige Thema informieren kann. Der
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24.04.2007 Schallpegel sind gesundheitsschädigend
Zum Bericht: Schallschutz für die Kleinsten
Für einen Ort wie Binsfeld, der sich im Blick auf Gewerbe und
Infrastruktur offensichtlich gut entwickelt, ist ein Fortbestand von
Kindergarten und Grundschule wichtig. Es ist gut, wenn hier investiert
wird. Aber noch heute müssen sich die Verantwortlichen die Frage gefallen
lassen, warum man nicht wenigstens den Versuch gemacht hat, im Rahmen der
Flugplatzerweiterung den Kindergarten und die Grundschule an einen weniger
belasteten Platz zu verlegen.Mit etwas gutem Willen, Kampfgeist und
innovativen Ideen wäre dieses auch gelungen.
Jetzt plant man insgesamt zwischen 400 000 und 500 000 Euro für eine Renovierung im Kinder-garten auszugeben und zahlt offensichtlich auch noch die Lärmschutzmaßnahmen aus eigener Tasche, also von Steuergeld. Die Lärmschutzmaßnahmen hätten auf jeden Fall im Rahmen der Flugplatzerweiterung finanziert werden müssen. Alle wussten, das sich Kindergarten und Grundschule in einem absolut kritischen Bereich befinden, wo die Kinder nicht nur dem Lärm sondern auch anderen potenziellen Gefahren ausgesetzt sind. Stimmen, die im Rahmen des Flugplatzausbaus auf die Situation hingewiesen haben, wollte man offensichtlich nicht hören. Kritik hatte in der Euforie, den amerikanischen Freunden den Weg zum Ausbau zu ebnen, keinen Platz und es ließ fast auf eine emotionale Verbundenheit der Verantwortlichen zu diesen vermuten. Ohne spürbaren Widerstand hat man es hingenommen, dass ein noch 1999 geplanter Erdwall an Binsfeld vorbei, der nicht nur für die schutzbedürftigen Einrichtungen gut gewesen wäre, aus der Planung verschwand. Es bleibt spannend abzuwarten wie man 30dbA innen im Kindergarten erreichen möchte. Eine startende F16 bringt einen Spitzenschallpegel von 120 dbA am Kindergarten. Solche Schallpegel gelten als gehörschädigend. Das betrifft alle Kinder in Kindergarten und Grundschule. Die Kinder spielen auch draußen und die Fenster sind bestimmt nicht immer geschlossen. Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil die enteignen de Wirkung des Fluglärms in diesem Umfeld bestätigt. Danach ist eine Gesundheitsschädigung unumstritten. Für alle, die es immer noch nicht kapiert haben, hierbei geht es nicht gegen Kindergarten, Grundschule oder deren Personal. Wir haben auch für jene Verständnis, deren Existenz von der Airbase abhängt. Nur eins ist sicher, ein Kindergarten und eine Grundschule gehören nicht in die unmittelbare Nähe eines Militärflughafens! Jörg und Susanne Follmann, Arenrath Flugplatzerweiterung Alle Beschwerden zum Führungsstab Flugplatzforum Spangdahlem: Triebwerksprüfungen normalerweise zwischen 7 und 21 Uhr SPANGDAHLEM/BINSFELD. Flugrouten, nächtlicher Lärm und künftige Ausbau-Projekte waren Themen des so genannten Flugplatz-Forums, an dem deutsche Kommunalpolitiker und US-amerikanische Militärs teilnahmen. Von unserem Redakteur
Die Flugrouten der in Spangdahlem startenden und landenden Kampfjets war ein Hauptpunkt der Sitzung des so genannten Flugplatz-Forums in Binsfeld. Anhand einer Karte beschrieb Oberst Dave Goldfein von der Air-Base Routen und Flugverfahren. Laut Geschaderkommandeur hätten sich die Flugrouten in den vergangenen Jahren nicht geändert. Goldfein erklärte, dass bei Flugbetrieb unter Instrumentenflugbedingungen die Routen festgelegt und die Piloten an diese gebunden sind. Bei Sichtflug habe der Pilot zwar eine festgelegte Flugtrasse, es ergäben sich jedoch größere Trainingsmöglichkeiten, die in diesem Fall auch eine größere Verantwortung bedeuten. "Der Führungsstab wird weiterhin bestrebt sein, außerplanmäßige und verstärkte Flugaktivitäten in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Bürgermeistern und über die Medien anzukündigen", sagte Goldfein. "Lärmbeschwerden aus der Bevölkerung sollen künftig über die zuständigen Bürgermeister direkt an den Führungsstab weitergeleitet und dort prompt ausgewertet und beantwortet werden", kündigte der Geschwaderkommandeur. Das Thema Fluglärm hatte zu Beginn der Sitzung auch Binsfelds Ortsbürgermeister Lothar Herres beschäftigt. Anwohner hätten in den vergangenen Wochen mehrfach über nächtliche Lautsprecheransagen auf dem Flugplatz geklagt. Dadurch würden sich Anwohner belästigt fühlen, sagte Herres. Er bat den Geschwaderchef, sich dieser Angelegenheit anzunehmen, und eine nächtliche Ruhestörung soweit wie möglich auszuschalten. Der leitende Ingenieur des Flugplatzes, Udo Stürmer, erläuterte den Stand laufender Baumaßnahmen und stellte eine Reihe von Projekten vor, die für das Jahr 2006 geplant sind. Dabei handele es sich vor allem um bereits langfristig geplante und US-finanzierte Bauvorhaben für die Nordwest-Erweiterung des Flugplatzes. Stürmer erklärte, dass die Amerikaner darum bemüht seien, Aufträge an regionale Unternehmen zu vergeben. Kommandeur Goldfein stellte fest, dass ein Bedarf an größeren Wohnungen und Häusern für Militärangehörige für die Zukunft weiterhin bestehen bleibe. Weiterer Punkt der Tagesordnung war das Vorstellen des Kommandeurs der 726. AMS (Air Mobility Squadron), Jim Kirk. Der Oberstleutnant und seine Einheit sind für den neuen Lufttransportauftrag in Spangdahlem zuständig. Dies geschehe mit Großraumflugzeugen des Typs C-5 Galaxy und C-17 Globemaster. Kirk versprach, dass auch er alles tun werde, Lärm stets auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren, oder etwaige Einwirkungen auf die örtlichen Gemeinden einzuschränken und auszuschalten. "Es ist mir bewusst, wie nahe meine Einheit an der Gemeinde Binsfeld liegt, und auch ich möchte der Gemeinde ein guter Freund und Nachbar sein", sagte Kirk. In Bezug auf Triebwerksprüfungen erklärte Kirk, dass diese in der Regel nicht vor 7 Uhr morgens und nicht nach 21 Uhr abends stattfinden dürfen. Von Fall zu Fall macht jedoch der militärische Auftrag eine Ausnahmeregelung erforderlich. Die Ortsbürgermeister sollen möglichst über diese Ausnahmefälle informiert werden. Kirk versicherte zudem, dass die Transportflugzeuge auf dem Abstellfeld so geparkt werden, dass Lärm und Abgase der Flugzeuge von der Gemeinde möglichst abgeleitet und ferngehalten werden. A C-17 Globemaster from the 437th Airlift Wing, Charleston Air Force Base, S.C., returning from the central command area of responsibility, touches down here Tuesday. The C-17 was the first aircraft to use the wing’s newly constructed dedicated airlift ramp, just one of the construction projects built at Spangdahlem as a part of the Rhein-Main Transition Program. The RMTP Ribbon Cutting Ceremony is scheduled for today at 2 p.m. The ceremony takes place on the new parking ramp near the new AMC facilities. All wing members are encouraged to attend. In case of inclement weather, the ceremony will be held in B-660, the new vehicle maintenance building, located along the new ramp. Ein C-17 Globemaster vom 437. Luftbrückenflügel, Charleston luftwaffenstützpunkt, S.C., zurückgehend vom zentralen Befehlsbereich der Verantwortlichkeit, setzt hier Dienstag auf. Die C-17 war das erste Flugzeug das die Neue Rampe nutzte. Diese ist Teil des Bauvorhaben in Spangdahlem als Teil des RheinHauptübergangsprogramms errichtet wurden. Die RMTP-Band-Ausschnittzeremonie wird für heutigen Tag um 2 P.M. festgelegt. Die Zeremonie findet auf der neuen Parkenrampe nahe dem neuen AMC-Service statt. Alle Flügelmitglieder werden angeregt zu beachten. Falls vom rauhen Wetter, wird die Zeremonie in B-660, das neue Trägerwartungsgebäude gehalten, gelegen an der neuen Rampe.
Bereit für
Galaxy & Co. Vorbereitungen für Schließung der Rhein-Main-Airbase abgeschlossen – Spangdahlem wird damit zum größten Militär-Flughafen nach Ramstein SPANGDAHLEM. Abschluss des zweitgrößten Bauprojektes in Rheinland-Pfalz: Knapp 130 Millionen Euro wurden in den vergangenen zwei Jahren auf der Airbase Spangdahlem im Rahmen des Rhein-Main-Verlegungsprogramms investiert. Die Daten und Fakten zeigen Superlative in jeder Hinsicht. Von unserem Redakteur
Am Dienstag war es so weit. Das erste Transportflugzeug vom Typ C 17, das auf der neuen, 20 Hektar großen Rampe des Flugplatzes abgefertigt wurde, landete auf der Airbase Spangdahlem. Offiziell eröffnet wird die Haupt-Rampe und damit der Eifeler Beitrag im Rahmen des Rhein-Main-Verlegungspro gramms an diesem Freitag mit einem Festakt. Doch erst nach der Schließung der Airbase Frankfurt im Oktober beginnt der Alltag in diesem Bereich des Flugplatzes – 52 Jahre nach der Eröffnung. Die am 3. März 2003 begonnenen und mit der Abnahme am 31. August beendeten Arbeiten an den Hauptprojekten haben nach Angaben des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) rund 120 Millionen Euro gekostet. Ursprünglich eingeplant waren rund 166 Millionen Euro. Weil die Ausschreibungen jedoch zu günstigeren Preisen abgewickelt wurden, wurde die Summe deutlich unterschritten. Zudem hielten sich die einkalkulierten "Mehrkosten" in Höhe von 4,5 Prozent in Grenzen. Nach den Worten von Flugplatz-Architekt Udo Stürmer sind bei Projekten in ähnlicher Größenordnung sonst zehn bis 15 Prozent üblich. Das eingesparte Geld wurde in den Ausbau der Airbase in Ramstein gesteckt, wo rund 200 Millionen Euro verbaut werden. Die US-Seite investierte in der Eifel rund zehn Millionen Euro in die Infrastruktur des Flugplatzes. Insgesamt gingen rund 220 Einzelaufträge an etwa 70 Firmen. Was in den vergangenen Monaten beispielsweise an Erdreich bewegt worden ist, hat mehr als beachtliche Ausmaße. Allein 125 000 Kubikmeter Mutterboden wurden abgetragen, berichtet Norbert Paulus von der LBB. Insgesamt wurden 1,2 Millionen Kubikmeter Erde bewegt. 350 000 Kubikmeter wurden von außerhalb der Airbase herangekarrt, um den Untergrund für die Rampe herzustellen. Die Rampe, die Verbreiterung der Rollbahn sowie Nebenflächen haben eine Fläche von rund 425 000 Quadratmetern. Das entspricht etwa 60 Fußballplätzen. Welche Ausmaße die Arbeiten angenommen haben, verdeutlichen auch 130 Kilometer Fugen, die in den Beton geschnitten und vergossen wurden – die Entfernung zwischen Trier und Koblenz. Lichtmaste machen die Nacht zum Tag
Entlang der neuen Rampe sind sieben 40 Meter hohe Beleuchtungsmaste entstanden, die die Betonfläche bis fast auf Tageslichtstärke erhellen. Jeder der Maste entwickelt eine Leuchtkraft von 40 000 Watt. "Die Intensität kann mit einem Dimmer angepasst werden", erklärt Stürmer. Bis zu elf Flugzeuge des Typs C 5 Galaxy können auf der Rampe abgestellt werden, zwei weitere auf dem drei Hektar großen "Hot-Cargo"-Bereich, wo auch Munition geladen wird. Allein die große Rampe hat laut Stürmer eine Größe von 20 Hektar. Große Flugzeuge, großer Bedarf an Treibstoff: Der wird in vier Tanks mit 20 000 Kubikmetern Fassungsvermögen gelagert. 139 Liter JP 8 können pro Sekunde in bis zu fünf Flugzeugtanks gleichzeitig gepumpt werden. Doch nicht nur die neue Rampe hat das Gesicht des Flugplatzes verändert. Auch die Start- und Landebahn ist breiter geworden. Die an beiden Seiten gewonnenen Meter dienen nicht dem Landen und Starten. Sie wurden betoniert, damit die breiten Transportflugzeuge keine Steine aufwirbeln, die dann in die Triebwerke von Jets gelangen könnten.
US-Ausschuss
durchkreuzt Spangdahlemer Umzugspläne Millionen-Investition für Housing-Neubau auf Eis gelegt – Sprecher: Kind noch nicht in den Brunnen gefallen – Einkaufszentrum wird gebaut BITBURG/SPANGDAHLEM. Die Ausbau-Pläne des US-Militärflughafens Spangdahlem haben offenbar einen Rückschlag erlitten. Ein Ausschuss des amerikanischen Senats lehnte das von der US-Luftwaffe beantragte Geld für eine neuen Housing ab. Von unserem Redakteur |
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Die amerikanischen Militärs haben auf der Eifel-Airbase Spangdahlem
hochfliegende Pläne: Bis zum 1. August 2006 soll das bereits 600 Hektar
umfassende Flugplatzgelände um weitere 56 Hektar wachsen. Hintergrund der
Erweiterungspläne: Die Air Force will innerhalb der kommenden fünf bis acht
Jahre ihre Standorte in Bitburg und im Bedhard aufgeben und die dortigen
Einrichtungen in Spangdahlem konzentrieren.
Das ehrgeizige Programm mit dem Namen "Eifel Consolidation" sieht unter anderem vor, die US-Unterkünfte ("Housing") in Bitburg zu räumen und statt dessen 233 neue Doppelhäuser auf dem Spangdahlemer Flugplatz zu bauen (TV vom 21. Juli). Ein millionenschweres Projekt. Genau diese Tatsache könnte den ehrgeizigen Plänen der Militärs nun einen Strich durch die Rechnung machen. Denn nach Informationen unserer Zeitung hat ein Ausschuss des amerikanischen Senats (Senate Appropriations Committee) unlängst die von der Air Force beantragten gut 45 Millionen Dollar für die neue Housing abgelehnt. Begründung: Nur wenige Kilometer von Spangdahlem entfernt gebe es bereits eine Housing – die in Bitburg nämlich. Dummerweise wollten die Militärs das 76 Hektar große Areal mit seinen 50 Wohnblocks und 1200 Unterkünften allerdings an den deutschen Staat zurückgeben. In und um Bitburg werden hinter vorgehaltener Hand längst Pläne geschmiedet, was mit dem Gelände nach dem Abzug der Amerikaner anzufangen ist. Durch die Entscheidung des US-Senatsausschusses könnte die neue Spangdahlemer Housing bereits wieder gestorben sein, noch bevor die erste Baugrube ausgehoben ist. Auf der Airbase selbst geben sich die Verantwortlichen dennoch gelassen: "Es ist zu früh, die letztendliche Vergabe von Geldern für vorgeschlagene Bauprojekte zu bestimmen oder auch die Auswirkungen einer solchen Entscheidung für uns festlegen zu können", sagt Flugplatz-Sprecher Bernd Schaefer. Soll wohl heißen: Noch ist das Kind nicht in den Brunnen gefallen. Gut möglich, dass die Ausschuss-Entscheidung tatsächlich nicht das letzte Wort ist, das in Sachen Housing-Verlegung gesprochen ist. Denn wenn die Amerikaner Bitburg nicht zurückgeben könnten, müssten die in die Jahre gekommenen und heutigen Ansprüchen der GIs nicht mehr gerecht werdenden Wohnblocks mächtig auf Vordermann gebracht werden. Eine Investition, die ebenfalls zig Millionen Dollar verschlingen würde. Von den Streichplänen des Senats sind übrigens die anderen "Eifel Consolidation"-Pläne nicht berührt, heißt es. Das neue Einkaufszentrum, die Schule oder das Fitnesszentrum würden auf jeden Fall gebaut, ist zu hören. |
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Wenn die
öffentliche Hand zu bleibt Bund, Länder und Kommunen glänzen durch schlechte Zahlungsmoral und bringen Unternehmen in Schwierigkeiten TRIER. Die öffentliche Hand treibt kleinere Unternehmen in den Ruin: Oftmals werden Rechnungen zu spät oder nur teilweise bezahlt. Von unserem Redakteur |
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| Die Auftragsbücher waren gefüllt: Allein
auf der Airbase Spangdahlem hatte das Unternehmen Aufträge im Wert von 11,5
Millionen Euro an Land gezogen. Doch im vergangenen Jahr gingen die Lichter
aus bei der Trierer Traditionsbaufirma Kickert – 155 Mitarbeiter standen auf
der Straße. Ein Grund für die Pleite: Die öffentliche Hand zahlte zu
langsam. Oft lief das Unternehmen jahrelang dem Geld hinterher, dass Land
oder Kommunen ihm schuldeten.
Kickert ist kein Einzelfall. Knapp jeder sechste Handwerksbetrieb in der Region musste wegen der schlechten Zahlungsmoral im vergangenen Jahr Personal entlassen, jeder Zehnte sah sich durch ausbleibende Zahlungen in seiner Existenz gefährdet, und fast ein Drittel musste Übergangskredite aufnehmen, um zu überleben. Dabei gelten Privatleute trotz zunehmend schlechter Zahlungsmoral noch geradezu als vorbildlich, sie zahlen zwar verspätet, aber sie zahlen. Das Geld von Bund, Land oder Kommunen müssen die Betriebe immer öfter einklagen. Im Durchschnitt dauert es 64 Tage, bis öffentliche Auftraggeber ihre Rechnungen bezahlt haben, fand das Betriebswirtschaftliche Institut der Bauindustrie (BWI) heraus. Schlusslicht unter den säumigen Zahlern ist die Bahn: 99 Tage braucht sie im Schnitt, bis sie das Geld überweist, die Telekom ist mit 47 bis 53 Tagen immerhin schneller. Auch die Länder stehen immer wieder in der Kritik, ihre Rechnungen nicht sehr zügig zu bezahlen. Im Schnitt dauere es in Rheinland-Pfalz 102 Tage, bis das Geld für in Auftrag gegebene Arbeiten überwiesen ist, fand das BWI heraus. Im April machte die CDU die angeblich schlechte Zahlungsmoral des Landes zum Thema einer aktuellen Stunde im Mainzer Landtag. Als "reine Fantasiezahl" tat Finanzminister Gernot Mittler damals das Ergebnis der Befragung von 55 Handwerksbetrieben im Land ab. Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), der Baumanagement für öffentliche Auftraggeber übernimmt, hat laut Mittler in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres über 27 000 Zahlungen geleistet, 81 Prozent davon seien innerhalb der gesetzlichen oder der vereinbarten Frist erfolgt. Um durch die miese Zahlungsmoral in finanzielle Schieflage geratenen Unternehmen unter die Arme zu greifen, bietet die landeseigene Investitions- und Strukturbank sogar an, die Forderungen aufzukaufen, so dass die Firmen zumindest einen Teil ihres Geldes bekommen. Ein Unding für die CDU: Der Staat nehme Staatsgeld in die Hand, um seine Schulden bei den Bauunternehmen zu kaufen. Laut dem rheinland-pfälzischen Städtetag liege es meistens gar nicht an schlechten Arbeiten, warum die Rechnung nur teilweise oder später bezahlt würde. "Die gestellte Rechnung begründet nicht schon den Zahlungsanspruch", macht Städtetag-Geschäftsführer Schwarting klar. Viele Unternehmer unterschätzten einfach die Komplexität der öffentlichen Verwaltung. Sprich: Eine Rechnung muss eben erst von den entsprechenden Stellen geprüft werden, bevor die Zahlung angewiesen wird – fatal für kleine Unternehmen. |
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In der Eifel ist noch
Krieg
29.05.2005
60 Jahre nach Kriegsende wird auf der ganzen Welt den Opfern
des Zweiten Weltkriegs gedacht. Anders in der Eifel: Dort verkündet der
Kommandant des US-Flughafens den zwölf angereisten Kommunalpolitikern des
Informationsforums Spangdahlem, dass in Zukunft alle zwei Monate eine Woche der
Ernstfall – sprich Krieg – geübt werden muss. Schließlich müsse das US-Militär
jederzeit auf der ganzen Welt einsatzbereit sein. Anschließend gewährte der
Kommandant den anwesenden Forumsteilnehmern noch einen imponierenden
Helikopterrundflug über die fortschreitenden Baumaßnahmen im Zuge der Verlegung
der Transportflugzeuge in der Eifel. Ein einfacher Spaziergang über die
angrenzenden Wirtschaftswege hätte gereicht, um sich ein Bild von der
Landschaftsverschandelung zu machen. Einen Vorgeschmack, was die Übungen für den
Ernstfall für die schon seit mehr als 50 Jahren von Fluglärm und Abgasen
betroffenen Bürger im Umkreis der Airbase bedeuten, bekamen wir schon in der
Nacht vom 6. auf den 7. Mai. In dieser Nacht starteten mehrere Jagdflugzeuge
gegen 1 Uhr und gegen 5 Uhr mit solch einem Lärm, dass der Schlaf für viele
schon schnell zu Ende war, bevor er richtig begonnen hatte. Auch wenn in der
letzten Zeit von Seiten der Kommunalpolitiker immer wieder die
deutsch-amerikanische Freundschaft betont wird – Vorfälle wie dieser tragen
nicht gerade zur Aufrechterhaltung dieses Verhältnisses bei. Angesichts der
bevorstehenden Übungen sowie der Tatsche, dass die Landesregierung einen
Bombenabwurfplatz in Baumholder für die US-Kampfflugzeuge einrichten will, muss
man sich fragen, ob für die Bewohner der Eifel der Krieg wirklich zu Ende ist.
60 Jahre nach Kriegsende erkennen unsere Politiker immer noch nicht, welchen
gesundheitlichen Schaden sie der Bevölkerung antun. Wahrscheinlich hat niemand
von ihnen je einen Krieg erlebt, um zu wissen, welches Unheil solche Übungen im
Ernstfall anrichten, sonst hätten sie die Worte des Kommandanten nicht ohne
Widerrede hingenommen.
Andreas Gansen, Binsfeld
Die Frist läuft ab
16.05.2005
LANDSCHEID/BINSFELD. (chb) Die Gemeinden Landscheid und
Binsfeld bringen im Anhörungsverfahren um die Landbeschaffung für die Air-Base
Spangdahlem ihre Wünsche und Bedingungen zum Ausdruck. Experten legen
Hochwasser- und Erosionsgutachten für den Kailbachtal vor.
Um die Air-Base Spangdahlem für Frachtflieger sicherer zu
machen, müssen in Landscheid, Spangdahlem und Binsfeld Bäume weichen. Die
Gemeinderäte in Binsfeld und Landscheid berieten nun, welche Konsequenzen das
für die Gemeinden haben könnte und brachten diese in einem Anhörungsverfahren
gegenüber der Bundesrepublik zum Ausdruck. Am heutigen Dienstag läuft die Frist
für das Anhörungsverfahren ab.
In der Gemeinde Landscheid werden 3,4 Hektar von der Air-Base beansprucht, davon sollen 1,14 Hektar Wald abgeholzt und mit Eichenniederwald wieder aufgeforstet werden. Die Restfläche von 2,26 Hektar ist Pufferzone, in der nur einzelne Bäume bei Bedarf gefällt werden sollen. Der Gemeinderat hat bereits in vergangenen Sitzungen (der TV berichtete) auf eine eventuelle Hochwasser- und Erosionsgefahr im Kailbachtal hingewiesen und ein Gutachten hierüber angefordert.
Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt und diskutiert. Die Gutachter des Büros für Hydrologie und Umwelt GmbH Gießen untersuchten die Erosionsgefahr und kamen zu dem Ergebnis, dass hier keine erhöhte Gefahr durch die Rodung zu erwarten ist. Auch das Hochwasserrisiko wird sich laut Gutachten nur sehr gering verschärfen. "Bei einem Hochwasser, wie es alle fünf Jahre vorkommt, könnte sich bei extremen Annahmen eine Wasserstandserhöhung von 1,3 Zentimeter ergeben", sagt der Diplom-Geologe Bernd Hanauer. Im Gemeinderat wurde dies angezweifelt, denn die Messungen fanden außerhalb des Orts statt. Allerdings kommt es innerhalb des Orts zu einer Flussverengung, und deshalb befürchtet man dort Schäden. "Ein Zentimeter außerhalb könnte zu fünf Zentimetern im Ort führen. Und die können erhebliche Schäden anrichten, für die jemand aufkommen muss", sagt Ortsbürgermeister Egon Birresborn. Für die Beweissicherung könnten zwei weitere Pegel eingerichtet werden, die den Wasserstandsunterschied vor und nach der Rodung deutlich machten. Zudem könnte es im Extremfall nötig sein, Retentionsflächen auszuweisen.
Eine Minderung der Jagdeinnahmen wurde ebenfalls diskutiert, denn durch die Wiederaufforstung werden circa 1,1 Hektar eingegattert und sind nicht bejagbar. Jürgen Köhler, forstlicher Gutachter für Rheinland-Pfalz: "Aufgrund einer Gatterung von 1,1 Hektar kann kein Jagdpächter die Pacht mindern, das ist forstbetrieblich üblich." Der Gemeinderat beschloss nach intensiver Beratung, dass sie den Bürgermeister nur zur Unterschrift des Vertrags beauftragen, wenn ihren Forderungen nach zwei weiteren Pegeln und Entschädigungen für Retentionsflächen und Jagdminderungen entsprochen wird.
In Binsfeld ist der Landbeschaffungsmaßnahme mit zwei Gegenstimmen zugestimmt worden. Bedingungen für den Vertrag sind der Einsatz der eigenen Waldarbeiter für die forstwirtschaftlichen Arbeiten. Außerdem fordert die Gemeinde, dass die drei Hektar Kahlschlag, die der Gemeinde Binsfeld gehören und in der Gemarkung Spangdahlem liegen, innerhalb der Gemarkung Binsfeld wiederaufgeforstet werden.